Johannes

Über die Geduld

Gestern sind wir an diesem sonnigen Ostersonntag durch das wunderschöne Wurmtal spaziert, haben die Sonnenstrahlen und Energie des Frühlings eingesaugt.

Wir unterhalten uns zwischendurch über die Mühen und Anstrengungen, die wir seit Wochen und Monaten aufwenden, um Johannes’ ersten MBSR-Kurs auf die Beine zu stellen:

Erst Flyer, Webseite, Kursmaterialien, Präsenzkurs,
dann Corona und doch nicht Präsenzkurs?, stattdessen Online-Kurs?,
dann mehr Corona und doch nicht Online-Kurs?,
Werbetrommel rühren, Hoffen und Bangen, gar kein Kurs?,
dann erste Anmeldungen,
heute, 13.04.2020, wahrscheinlich Online-Kurs,
morgen, keine Ahnung…

Man merkt vielleicht: wir haben es nicht so mit der Geduld.

Zwischendurch auch immer wieder Momente der Einsicht: hey, alles zu seiner Zeit! Alles braucht Zeit und passende Umweltbedingungen: ein Samen braucht den richtigen Nährboden, Wasser und Sonne um zu wachsen und sich zu entfalten. Den ganzen Winter haben die Bäume ausgeharrt, um im Frühjahr ihre Energie in die schönsten Formen und Farben zu verwandeln.

Uns hilft das Üben von Achtsamkeit, Meditation und Yoga geduldiger zu werden und Vertrauen zu haben, daran, dass sich die Dinge entfalten, sobald der richtige Moment und die passenden Bedingungen da sind…

Ach je, das ist nicht leicht!

Über die Geduld

(von Rainer Maria Rilke)

Man muss den Dingen
die eigene, stille,
ungestörte Entwicklung lassen,
die tief von innen kommt,
und durch nichts gedrängt
oder beschleunigt werden kann;
alles ist Austragen –
und dann Gebären…

Reifen wie der Baum,
der seine Säfte nicht drängt
und getrost in den Stürmen
des Frühlings steht,
ohne Angst,
dass dahinter kein Sommer
kommen könnte.
Er kommt doch!

Aber er kommt nur zu den Geduldigen,
die da sind,
als ob die Ewigkeit vor ihnen läge,
so sorglos still und weit…

Man muss Geduld haben,
gegen das Ungelöste im Herzen,
und versuchen, die Fragen selber lieb zu haben,
wie verschlossene Stuben,
und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache
geschrieben sind.

Es handelt sich darum, alles zu leben.
Wenn man die Fragen lebt,
lebt man vielleicht allmählich,
ohne es zu merken,
eines fremden Tages in die Antwort hinein.


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